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Opfer der NS-"Euthanasie" aus der früheren Kreispflegeanstalt Krautheim

[Artikel vom 10.03.2017]

Opfer der NS-„Euthanasie“ aus der früheren Kreispflegeanstalt Krautheim
Vortrag am 23. März 2017 im Johannitersaal in Krautheim
 
Der Historiker Dr. Harald Jenner wird am 23. März 2017, 19:00 Uhr im Johannitersaal in Krautheim, Burgweg 3, aus seinen Forschungen über die frühere Kreispflegeanstalt Krautheim im Nationalsozialismus berichten. Zum Vortrag mit dem Titel „Den Opfern einen Namen geben. Die Kreispflegeanstalt Krautheim und der NS-Krankenmord 1940/41. Ein Werkstattbericht“ laden der Hohenlohekreis und die Stadt Krautheim herzlich ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Wanderausstellung „Krankenmord im Nationalsozialismus – Grafeneck 1940. Die Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland. Geschichte und Erinnerung“, statt. Die Ausstellung, die noch bis zum 31. März im Foyer des Landratsamtes in Künzelsau zu sehen ist, wurde von der Gedenkstätte Grafeneck erarbeitet.
In den Jahren 1940 und 1941 wurden aus der damals badischen Kreispflegeanstalt Krautheim 56 kranke und behinderte Heimbewohner deportiert. 52 Menschen wurden in den Vernichtungsanstalten Grafeneck und Hadamar ermordet, zwei weitere fanden in der Anstalt Zwiefalten den Tod; nur zwei Heimbewohner überlebten das Verbrechen.
Bislang sind aufgrund der Recherchen von Dr. Hans-Werner Scheuing 33 Opfer aus Krautheim namentlich bekannt. Die historische Forschung ist weiterhin darum bemüht, trotz der schwierigen Quellenlage auch die übrigen getöteten Heimbewohner zu identifizieren. Der Referent Dr. Jenner, und sein Historikerkollege Dietmar Schulze durchforsten im Auftrag des Neckar-Odenwald-Kreises vor allem badische Archive nach Hinweisen, da die Krautheimer Heimbewohner fast alle aus dem Badischen stammten. Heute gehören Krautheim und das dortige Altenheim zum Hohenlohekreis, weshalb auch dieser sich dem Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“ verpflichtet fühlt. Den Opfern einen Namen zu geben, bedeutet, ihnen ein Stück ihrer Würde zurückzugeben.
Für die deportierten Bewohner der Kreispflegeanstalt fand im Herbst 2015 in Krautheim eine Gedenkveranstaltung statt, die auf breite Resonanz gestoßen ist. Daran anschließend möchten auch die Ausstellung in Künzelsau und der Vortrag in Krautheim einen Beitrag zur Gedenkkultur im Hohenlohekreis leisten.
Nähere Informationen gibt es beim Kreisarchiv des Hohenlohekreises, Tel. 07942 941264, E-Mail: kreisarchiv(@)hohenlohekreis.de.
 

Aufenthaltsraum in der Kreispflegeanstalt Krautheim, 1932. Quelle: Kreisarchiv Hohenlohekreis.
Aufenthaltsraum in der Kreispflegeanstalt Krautheim, 1932. Quelle: Kreisarchiv Hohenlohekreis.

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